REGBER, Johann Karl: 3. Sinfonie

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Beschreibung

Besetzung: 2 Fl, 2 Ob, 2 Klar, 2 Fg, 2 Hn, 2 Tp; Timp; Streicher
Dauer: 34:00

 

Ein Mensch, der das Schöne und das Gute liebte, der nur der Kunst dienen wollte – Gott zur Ehre und den Menschen zur Freude und zum Trost – ein solcher wurde, um leben zu können, zu dem einzigen sich ihm bietenden Erwerb gezwungen, nämlich den, statt ihnen zu nützen, den Menschen als Zöllner Geld abzunehmen, unter nur leiblichen Genüssen zugewandten Kollegen ein Fremdkörper – ein solcher Mensch konnte seine Frühpensionierung, obgleich als Amtsrat, nur als Befreiung von lebenslanger Knechtschaft empfinden.
Diese fand Ausdruck in der vorliegenden Symphonie. In ihrer Einleitung geht mit einem Schlag alles Elend zu Ende, und die Aussicht auf eine beglückende Zukunft tut sich auf. Das Allegro vivace stürmt darum in ein neues Leben hinein, alle bisher gebundenen Kräfte werden frei, und an seinem Ende verkünden Fanfaren den Sieg, die Befreiung.
Das liedhafte Andante mit seiner gemüthaften Besinnlichkeit schwört einen Wunschtraum künftig ungestörten Glücks herauf.
Die Freude darüber drückt das muntere, zu Scherzen geneigte Scherzo aus. Sein Trio kündet Zufriedenheit über die gewonnene Erlösung.
Im Finale ist dann das neue Dasein errungen, Wille, Verstand und Gemüt sind eins geworden, sie haben ihr Ziel in der Kunst gefunden, und der Herzschlag des Lebens, los-gelassen, pulst in vorher nie gekonnter Kraft und Leichtigkeit einer hoffnungsvollen Zukunft entgegen.
Das Werk, bei dessen Uraufführung in der Slowakei das Publikum Wiederholung verlangt hat, ist nicht nur ein Ausdruck persönlichen Erlebens, es kann auch vielen Menschen als ein Sinnbild für die Befreiung aus drückenden Umständen dienen.

Johann Karl Regber